Besuch einer Grundschulklasse im White-Light Zendo, Leverkusen
von Kirsten Prößdorf
Schon auf dem Weg von der Bushaltestelle an der Kölner Straße zum White-Light-Zendo in der Hermann-Nörrenberg-Str. finden die Kinder der dritten Klassen der GGS Dönhoffstr. Symbole des Buddhismus. Jedenfalls ist die Ähnlichkeit des Fensters der Friedhofskapelle mit dem Dharma-Rad nicht zu verleugnen! Danach zieht sich der Weg allerdings trotz schönstem Sonnenschein und beim Anstieg hinter dem Friedhof sinkt die Stimmung der Kinder rapide ab. „Das kann ja heiter werden“, denke ich in Anbetracht von so manchem respektlosen Verhalten.
Aber da erblicken die Kinder die Katzen an der Hauswand und die Buddha-Statue im Zen-Garten: Ich hörte, wie eines der Kinder sagte „Ich lege da zwei Euro rein“ – ich staune über die spontane Großzügigkeit der Kinder. Und auch die Osterglocken, über deren Abpflücken am Forum ich eigentlich eher ungehalten war, finden in der Schale des Buddhas einen guten Platz. Der Besuch im Zendo übertrifft dann meine kühnsten Hoffnungen – die Ruhe, mit der die Kinder den Raum betreten, und der Respekt, den sie dort zeigen („Vorsicht, das ist ein Gebetsteppich!“), berührt mich. Die Ausdauer, mit der sie eine Atemübung praktizieren, überrascht mich genauso wie manche der Fragen („Erinnert Dich das Foto daran, dass die Katzen im Katzenhimmel sind?“ und: „Sind Tattoos erlaubt?“) So lerne auch ich viel Neues, u. a. dass manche Mönche sich ein Sutra auf deren Körper tätowieren lassen.
So unerschöpflich wie die Neugier der Kinder ist auch die Geduld von Marion GenRai Lukas, die alle Fragen einfühlsam und offen beantwortet. Lange nach der verabredeten Zeit treten alle erfüllt den Heimweg an und auch am nächsten Tag noch ist der Besuch Gesprächsthema Nr. 1. Wir danken dem Lions Club Leverkusen, dass er die Fahrt ermöglicht hat, und Marion GenRai Lukas für ihre Gastfreundschaft, Geduld und Offenheit, die den Besuch zu einem Highlight unserer interreligiösen Woche gemacht hat.

