Am Sonntag, den 08. März 2026 wurde in Leverkusen zu einem “Weg für die Menschenwürde” aufgerufen. Im Rahmen der “Wochen gegen Rassismus” wurde ein Weg durch das Zentrum von Leverkusen, mit den Mitgliedern des Rates der Religionen, der lokalen Politik und verschiedener Initiativen begangen. Gestartet wurde am Vereinssitz des jüdischen Vereins “Davidstern” mit einer Ansprache vor Ort. Weiter ging es zur katholischen Kirche, dann zur evangelischen Kirche.

Herr Oberbürgermeister Hebbel regte dann – da wir gut in der Zeit waren – noch eine Gehmeditation zum Forum an, welche Marion GenRai Lukas erläuterte. Vor dem Kongresszentrum “Forum” sprach Marion GenRai noch zum Thema Menschenwürde. Ein Auszug aus ihrer Ansprache:

„Heute gehen wir nicht nur für die Würde gleichgesinnter Menschen, sondern auch für die Würde derer, die anders denken, fühlen, urteilen und handeln. Es ist leicht, jemanden zu respektieren, der so denkt wie wir. Die eigentliche Herausforderung beginnt dort, wo unterschiedliche Ansichten aufeinandertreffen. 

Menschenwürde hängt nicht davon ab, dass man die gleichen Ansichten teilt. Menschenwürde wird nicht gegeben. Sie ist einfach da. Die Würde unserer Spezies zu respektieren ist eine Notwendigkeit, um unsere Existenz zu bewahren. Denn unsere Existenz eröffnet uns die Möglichkeit, dem anderen zuzuhören, für die Gedanken und Gefühle da zu sein, die in Situationen aufkommen, in denen wir den anderen als Problem betrachten. In diesem Raum können dann Verständnis, Mitgefühl und Begegnung entstehen.“

Danach nahmen sie und unsere 2. Vorsitzende, Nathalie AnGyo Senge noch gemeinsam mit über 1.000 Menschen am Iftar (dem Fastenbrechen im Rahmen des Ramadan) teil. Organisiert wurde dies vom “Rat der Islamischen Gemeinschaften Leverkusen” Als Gast war auch der Bundestagsabgeordnete Herr Karl Lauterbach zugegen. Das Essen wird großzügig, – jeden Tag während des Ramadan – an die Menschen, die zum Essen kommen geschenkt. Dabei entstand wieder ein wunderbarer Dialog mit einer Muslimin, die sich über den Buddhismus erkundigte und schließlich sagte: “Dann wäre es also möglich, gleichzeitig Muslimin und Buddhistin zu sein. Da Buddhisten ja keinen Gott anbeten, entsteht gar kein Konflikt!”
Wir sind dankbar, für all die kleinen, wunderbaren Gelegenheiten, in denen wir aufeinander zugehen und einander kennenlernen können. Eine Grundlage hierfür ist der große Zusammenhalt und die Einigkeit bei den Mitgliedern des Rates der Religionen und die Offenheit, voneinander zu lernen. Danke für alles.