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Zaltho Sangha e.V.

Gemeinschaft für Frieden & soziale Aussöhnung

Am Tor zur Hölle

Der Weg eines Soldaten zum Zen-Mönch von Claude AnShin Thomas

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von Claude AnShin Thomas

2 textauszug anshinWährend der Meditations-Retreats sind wir meistens schweigend. Das Schweigen ist eine wertvolle Praxis.Es geht dabei um so viel mehr als das Nicht-Reden. Beim Schweigen geht darum, mit der Aktivität des Geistes zu arbeiten; all das Denken über dieses und jenes;das ständige Verlangen des Geistes, dem zu entfliehen, was ist.

Im Schweigen haben wir oft eine größere Chance zu sehen, wie unser Geist und unsere Emotionen funktionieren, und die Weisheit zu entdecken, die alle Dinge miteinander verbindet. Die Menschen mögen das Schweigen oft nicht, weil wir in der Stille mit uns selbst allein gelassen sind. Es gibt kein Entkommen von unseren Gedanken, Gefühlen und Wahrnehmungen. Wenn wir neu bei der Meditationspraxis sind und nicht viel Zeit mit uns selbst verbracht haben, kann das Schweigen manchmal fast unerträglich erscheinen.

Ich erinnere mich noch an meine ersten Tage und Wochen im ersten buddhistischen Kloster, in dem ich mich ausbilden ließ. Ich ging auf dem Gelände spazieren und kam an einem der Mönche vorbei. Aus einem Gefühl der Höflichkeit, aus dem Wunsch, eine Verbindung herzustellen, und aus einem Gefühl des Unbehagens begrüßte ich sie mit "Guten Morgen!". Die Mönche gingen einfach an mir vorbei, sagten nichts und handelten aus meiner damaligen Perspektive so, als ob ich nicht existierte. Keine Antwort.

Meine sofortige Reaktion war, dass ich mich beleidigt fühlte und annahm, dass sie mich nicht mochten. Mein Geist machte danach so viele Veränderungen durch, bis ich schließlich an den Punkt gelangte, an dem es nicht mehr persönlich war. Tatsächlich begann ich, das Schweigen als eine große Erleichterung zu erleben. Ich war von den gesellschaftlichen Konventionen befreit, die mich ohnehin oft leer und nicht gesehen oder gehört fühlen ließen. In dem Schweigen lag eine gewisse Behaglichkeit im Beziehen auf andere, welche ich vorher nicht gekannt hatte. Schweigend in einer Gruppe zu praktizieren, lädt uns ein, eine andere Art von Bewusstheit, eine andere Art von Bewusstsein und neue Wege, sich miteinander zu verbinden, zu erleben. Es gibt ein Vertiefen des Bewusstseins und eine große Gelegenheit, den Geist zu klären.