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Zaltho Sangha e.V.

Gemeinschaft für Frieden & soziale Aussöhnung

Am Tor zur Hölle

Der Weg eines Soldaten zum Zen-Mönch von Claude AnShin Thomas

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Transkript eines Ausschnitts aus Fragen & Erwiderungen des Abendvortrags von Claude AnShin Thomas in Frankfurt am Main, 12. September 2019.

Frage: "Wie kann ich mit meinem starken Gefühl der Unruhe arbeiten, wenn ich beobachte, was in der Welt vor sich geht?"

AnShin: "Welche Unruhe? Wir erleben Unruhe wegen bestimmter Wahrnehmungen darüber, was in der Welt geschieht, basierend auf unserer Konditionierung. Was in der Welt geschieht, ist immer passiert. Die größere Frage ist also: Was bin ich bereit, mit meiner Unruhe zu tun? Wie kann ich diese Unruhe ins Handeln umlenken? Nochmals, was bin ich bereit zu tun?

Es ist wichtig, eine grundlegende Kernlehre der buddhistischen Lehren zu berücksichtigen, die Lehre der gegenseitigen Verbundenheit oder Interdependenz. Kurz gesagt, kommt diese in der Realität zum Ausdruck, dass die Welt und das Selbst keine zwei Dinge sind. So wie ich bin, wird die Welt.

Obwohl es möglich ist, ein theoretisches Begreifen dieser Wahrheit zu haben, ist es zutreffender zu verstehen, dass die Tiefe und Weite dieser Wahrheit, der Realität, das Verstehen überschreitet. Intellektuell ist es nicht schwierig, dieser Wahrheit zuzustimmen oder nicht, aber Zustimmung ist nicht wichtig für die Existenz der Wahrheit. Diese Wahrheit existiert im Raum jenseits des Intellekts. Es ist auch wichtig zu hören, dass dieser Raum jenseits des Intellekts nicht den Intellekt außer Acht lässt, sondern ihn einfach übertrifft.

In gewisser Weise ist es nicht möglich, die unumstößliche Wahrheit, die in diesem Raum jenseits des Verstandes existiert, in Worte zu fassen. Dies hindert jedoch die buddhistischen LehrerInnen in Raum und Zeit nicht daran, auf sie hinzuweisen. Dabei können Worte helfen.

Also, zurück zum Thema Unruhe. Wenn die Umstände nicht so passen, wie ich sie haben möchte, kann ich unruhig werden. Das ist die Rolle, die meine Wahrnehmungen spielen. Obwohl meine Wahrnehmungen in gewisser Weise alle wahr sind, weiß ich jetzt auch, dass es für mich wichtig ist, bereit zu sein zu verstehen, dass meine Wahrnehmungen begrenzt sind.

Die Substanz, die Fülle jeder Erfahrung, ihre Realität, kann man erkennen, aber nur, wenn ich bereit bin, anzuerkennen, dass die Welt, wie ich sie erlebe, wie ich sie kenne, durch die Art und Weise geprägt ist, wie ich konditioniert wurde. Über meine Konditionierung, meine Wahrnehmungen, zur Realität meiner Erfahrung hinauszusehen, erfordert eine Bereitschaft, die von einer disziplinierten spirituellen Praxis begleitet wird, die in der Selbstreflexion wurzelt.
Um also zu einer von mir oft wiederholten Position zurückzukehren: In Bezug auf alle Dinge, was bin ich bereit zu tun?“

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